SchlaganfallrehabilitationIm Rahmen einer Kooperation zwischen Neurowissenschaftlern des Instituts für Neuroinformatik und Neurologen des Klinikums Bergmannsheil, beide in Bochum, wurde in den letzten Jahren ein Verfahren zur Leistungssteigerung des menschlichen Tastsinns entwickelt, die Coaktivierung. Bei diesem Verfahren (siehe passive Stimulation) werden kurzzeitig Impulse über die Handnerven in das Gehirn geleitet, um dort eine Reorganisation auszulösen, wie sie sonst nur durch intensives und häufig wiederholtes Training erreicht werden kann. Die Coaktivierung, deren Leistungsfähigkeit mittlerweile an mehr als 1000 Probanden erprobt wurde, führt nicht nur zur einer Verbesserung des Tastsinns, sondern auch von haptischen und feinmotorischen Fähigkeiten.
Die geringe Größe der zur Stimulation benötigten Apparaturen, der passive Charakter des gesamten Verfahrens, der keine Aufmerksamkeit oder aktive Mitarbeit der Probanden erfordert, und die Abwesenheit von unerwünschten Wirkungen, machen dieses Verfahren zu einem idealen Kandidaten für den Einsatz an Patienten mit Beeinträchtigungen von Arm- und Handfunktionen.
Das Verfahren der passiven Stimulation eignet sich sowohl als therapiebegleitende Maßnahme oder auch als langfristige Nachsorge bei bestehenden Beeinträchtigungen. Die Durchführung der Stimulation kann nach kurzer Einweisung vom Patienten zu Hause durchgeführt werden.
Literatur:
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